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Anleitung

QR-Codes für Gastronomie: Digitale Speisekarten rechtssicher erstellen

Digitale Speisekarte per QR-Code: Rechtliche Anforderungen (LMIV, Allergene), praktische Vorteile und Best Practices für Restaurants. Jetzt Anleitung lesen!

EasyQRCode Team
3. Januar 2026
7 Min. Lesezeit

QR-Codes für Gastronomie: Digitale Speisekarten rechtssicher und effizient erstellen

QR-Codes für Gastronomie revolutionieren die Art, wie Restaurants ihre Speisekarten präsentieren. Gäste scannen einen Code, die Karte erscheint auf dem Smartphone. Klingt einfach, doch bei der Umsetzung gibt es rechtliche Anforderungen zu beachten. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie digitale Speisekarten korrekt umsetzen.

Rechtliche Anforderungen an digitale Speisekarten

Eine digitale Speisekarte unterliegt denselben Vorschriften wie eine gedruckte Karte. Die wichtigsten Regelwerke: die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und die Preisangabenverordnung (PAngV).

Allergenkennzeichnung nach LMIV

Die EU-Verordnung Nr. 1169/2011 (LMIV) schreibt vor, dass Gastronomiebetriebe über Allergene in ihren Speisen informieren müssen. Diese Pflicht gilt unabhängig davon, ob die Speisekarte gedruckt oder digital vorliegt.

14 kennzeichnungspflichtige Allergene:

AllergenBeispiele
Glutenhaltiges GetreideWeizen, Roggen, Gerste, Hafer
KrebstiereGarnelen, Krabben, Hummer
EierAlle Eiprodukte
FischAlle Fischarten
ErdnüsseAlle Erdnussprodukte
SojaSojaprodukte, Tofu
MilchLaktose, Milcheiweiß
SchalenfrüchteMandeln, Haselnüsse, Walnüsse
SellerieStangen- und Knollensellerie
SenfSenfkörner, Senfmehl
SesamSesamöl, Sesamsaat
Schwefeldioxid/SulfiteAb 10 mg/kg oder 10 mg/l
LupinenLupinenmehl, Lupinensamen
WeichtiereMuscheln, Schnecken, Tintenfisch

Bei digitalen Speisekarten können Sie die Allergene direkt bei jedem Gericht auflisten oder mit Fußnoten arbeiten. Prüfen Sie die aktuellen Anforderungen, da Bundesländer teils unterschiedliche Vorgaben zur Darstellung haben.

Preisangabenverordnung beachten

Die PAngV verlangt, dass Preise klar und eindeutig angegeben werden. Bei Getränken muss zusätzlich der Grundpreis pro Liter ersichtlich sein.

Pflichtangaben auf digitalen Speisekarten:

  • Endpreise inkl. Mehrwertsteuer
  • Grundpreis bei Getränken (z.B. "0,4l / 4,50 EUR, entspricht 11,25 EUR/l")
  • Deutliche Kennzeichnung von Zusatzkosten (Servicegebühren)

Barrierefreiheit berücksichtigen

Es empfiehlt sich, die digitale Speisekarte barrierefrei zu gestalten. Achten Sie auf ausreichende Schriftgrößen, gute Kontraste und eine klare Struktur. Für Gäste ohne Smartphone sollte weiterhin eine Alternative verfügbar sein, etwa eine gedruckte Karte auf Anfrage.

Praktische Vorteile gegenüber gedruckten Speisekarten

Sofortige Aktualisierbarkeit

Der größte Vorteil digitaler Speisekarten: Änderungen sind in Echtzeit möglich. Ist ein Gericht ausverkauft? Ein Klick genügt. Neue Saisonkarte? Sofort online. Preisanpassungen? Ohne Nachdrucken erledigt.

Mit dynamischen QR-Codes bleibt der gedruckte Code gleich, während sich der Inhalt dahinter ändert. Sie müssen keine Tischaufsteller austauschen.

Hygienischer Gastbetrieb

Gäste nutzen ihr eigenes Smartphone. Die Speisekarte wandert nicht mehr von Hand zu Hand. Das reduziert Kontaktpunkte und entspricht modernen Hygienestandards.

Kostenersparnis langfristig

KostenfaktorGedruckte KarteDigitale Karte
ErstanschaffungHoch (Design + Druck)Gering (einmalige Einrichtung)
AktualisierungNeudruck nötigKostenfrei
VerschleißRegelmäßiger ErsatzEntfällt
SaisonkartenMehrfache DruckkostenKeine Zusatzkosten

Erweiterte Möglichkeiten

Digitale Speisekarten bieten Funktionen, die auf Papier unmöglich sind:

  • Mehrsprachige Versionen für internationale Gäste
  • Bilder zu jedem Gericht
  • Detaillierte Zutatenlisten
  • Filterfunktion nach Allergenen oder Ernährungsweisen (vegan, vegetarisch)
  • Integration von Bestellsystemen

Best Practices für die Platzierung von QR-Codes im Restaurant

Optimale Positionen

Auf dem Tisch:

  • Tischaufsteller aus stabilem Material (Acryl oder beschichtete Pappe)
  • Mittig platziert, nicht am Rand (Kippgefahr)
  • Aufrechte Position für einfaches Scannen

An der Wand:

  • Auf Augenhöhe (ca. 150 cm)
  • Gut beleuchtet
  • In der Nähe von Wartebereichen

Am Eingang:

  • Für Gäste, die vorab die Karte sehen möchten
  • Kombiniert mit Speisekarten-Aushang

Gestaltungstipps für bessere Scan-Raten

Ein QR-Code allein reicht nicht. Gäste müssen verstehen, was sie erwartet.

Bewährte Elemente:

  • Klare Beschriftung: "Speisekarte scannen" oder "Menü hier"
  • Kurze Anleitung für weniger technikaffine Gäste
  • Ihr Logo oder ein passendes Symbol im QR-Code (Design-Optionen nutzen)
  • Mindestgröße: 3 x 3 cm für problemloses Scannen
  • Ausreichend Weißraum (Quiet Zone) um den Code

Häufige Fehler vermeiden

  • Zu klein gedruckt: Der Code muss aus 20-30 cm Entfernung scannbar sein
  • Schlechte Beleuchtung: Reflexionen und Schatten erschweren das Scannen
  • Beschädigte Codes: Wasserschäden oder Abrieb machen Codes unlesbar
  • Fehlende Alternative: Nicht alle Gäste besitzen Smartphones

Technische Umsetzung: Statisch vs. Dynamisch

Für Speisekarten in der Gastronomie ist die Wahl zwischen statischen und dynamischen QR-Codes entscheidend.

Statische QR-Codes

Der Inhalt ist fest im Code verschlüsselt. Die URL kann nachträglich nicht geändert werden.

Geeignet für:

  • Feste Speisekarten ohne häufige Änderungen
  • Einmalige Aktionen
  • Sehr kleine Betriebe mit stabilem Angebot

Nachteil: Bei jeder Änderung der URL müssen alle gedruckten Codes ersetzt werden.

Dynamische QR-Codes

Die URL leitet auf einen Zwischenserver, der zur aktuellen Speisekarte weiterleitet. Der Zielinhalt ist jederzeit änderbar.

Geeignet für:

  • Wechselnde Tages- oder Wochenkarten
  • Saisonale Angebote
  • Betriebe mit mehreren Standorten
  • A/B-Testing verschiedener Kartendesigns

Vorteile im Detail:

FunktionNutzen für Gastronomen
URL-ÄnderungNeue Karte ohne Neudruck der Codes
Scan-StatistikenAuswertung, wann und wie oft gescannt wird
Zeitbasierte WeiterleitungMittags- und Abendkarte automatisch wechseln
FehlerkorrekturFalsche URLs nachträglich beheben

Für die meisten Gastronomiebetriebe empfehlen sich dynamische QR-Codes. Die Flexibilität überwiegt die geringfügig höheren Kosten.

Schritt-für-Schritt: Digitale Speisekarte einrichten

1. Speisekarte digitalisieren

Erstellen Sie Ihre Speisekarte als Webseite oder PDF. Wichtig: Mobiloptimierung! Die meisten Gäste scannen mit dem Smartphone.

Empfohlene Formate:

  • Responsive Webseite (beste Nutzererfahrung)
  • PDF mit Lesezeichen (für umfangreiche Karten)
  • Spezialisierte Speisekarten-Plattformen

2. QR-Code generieren

  1. Öffnen Sie den QR-Code Generator
  2. Wählen Sie "URL" als Typ
  3. Fügen Sie den Link zu Ihrer digitalen Speisekarte ein
  4. Wählen Sie "Dynamischer QR-Code" für spätere Flexibilität
  5. Passen Sie Farben und Design an Ihr Restaurant an
  6. Laden Sie den Code in hoher Auflösung herunter (PNG oder SVG für Druck)

3. Testen vor dem Einsatz

Prüfen Sie den Code unter realen Bedingungen:

  • Verschiedene Smartphones (iPhone und Android)
  • Unterschiedliche Lichtverhältnisse
  • Aus verschiedenen Entfernungen
  • Mit und ohne QR-Scanner-App

4. Professionell drucken

Für langlebige Tischaufsteller:

  • Mindestens 300 dpi Auflösung
  • Wetterfeste Beschichtung bei Außenbereichen
  • UV-beständige Farben gegen Ausbleichen

Häufige Fragen zu QR-Codes für Speisekarten

Muss ich Allergene auch auf digitalen Speisekarten kennzeichnen?

Ja. Die LMIV gilt für alle Formen der Speisekarteninformation. Ob gedruckt, digital oder mündlich: Gastronomiebetriebe müssen über die 14 Hauptallergene informieren. Die digitale Darstellung bietet sogar Vorteile, da Sie Filterfunktionen oder ausführliche Listen einbauen können.

Darf ich komplett auf gedruckte Speisekarten verzichten?

Grundsätzlich ja, sofern Sie die rechtlichen Anforderungen digital erfüllen. Es empfiehlt sich jedoch, auf Anfrage eine Alternative bereitzuhalten. Nicht alle Gäste möchten ihr Smartphone nutzen, und manche verfügen nicht über mobile Daten.

Wie oft sollte ich meinen QR-Code aktualisieren?

Bei dynamischen QR-Codes ist keine Aktualisierung des Codes selbst nötig. Sie ändern nur den Inhalt dahinter. Prüfen Sie regelmäßig, ob der Link noch funktioniert und die Speisekarte aktuell ist. Bei statischen Codes muss bei jeder URL-Änderung neu gedruckt werden.

Welche Größe sollte der QR-Code haben?

Mindestens 3 x 3 cm für Tischaufsteller. Für Plakate oder Wandmontage entsprechend größer. Faustregel: Der Code sollte aus der typischen Scan-Entfernung problemlos von der Smartphone-Kamera erfasst werden. Testen Sie im Zweifelsfall vor Ort.

Fazit

QR-Codes für Gastronomie vereinfachen den Speisekartenprozess erheblich. Sie sparen Druckkosten, reagieren flexibel auf Änderungen und bieten Gästen ein modernes Erlebnis. Die rechtlichen Anforderungen, insbesondere die Allergenkennzeichnung nach LMIV und die Preisauszeichnung nach PAngV, gelten unverändert.

Mit dynamischen QR-Codes behalten Sie volle Kontrolle über Ihre Inhalte. Einmal gedruckt, bleibt der Code dauerhaft nutzbar. Starten Sie jetzt und erstellen Sie Ihren ersten Speisekarten-QR-Code.

Haben Sie noch Fragen?

Kontaktieren Sie uns - wir helfen Ihnen gerne bei allen Fragen rund um QR-Codes.